10 Disney Fortsetzungen, die niemand brauchte

Die Geschichte der Disney-Filme ist eine von Meilensteinen und globalem Ruhm. Doch es gibt eine dunkle, oder besser gesagt: eine vergessene Ecke im Archiv des Mäusekonzerns. In den 90ern und frühen 2000ern flutete Disney den Heimkinomarkt mit Fortsetzungen, die heute kaum noch jemand auf dem Schirm hat. Oft direkt für den Videorekorder produziert, mussten sie mit minimalem Budget auskommen, was ihnen bei Fans einen eher zweifelhaften Ruf einbrachte.

Hier sind zehn Disney-Fortsetzungen, die selbst unter eingefleischten Fans oft in Vergessenheit geraten sind.

Den Anfang macht Der Glöckner von Notre Dame 2 – Das Geheimnis von La Fidèle. Während der erste Teil ein düsteres, episches Meisterwerk war, wirkte die Fortsetzung wie eine harmlose, fast schon banale Kindergeschichte. Quasimodo bekommt hier eine neue Liebe und die Gefahr wirkt im Vergleich zum Original fast schon niedlich. Viele Disney-Fans haben diesen Film erfolgreich aus ihrem Gedächtnis gestrichen.

Nicht viel besser erging es Pocahontas 2 – Reise in eine neue Welt. Der Film leidet unter einem Problem, das viele Fortsetzungen dieser Ära teilten: Die Charakterentwicklung des ersten Teils wurde radikal über den Haufen geworfen. Dass Pocahontas am Ende John Rolfe heiratet und John Smith einfach zurücklässt, sorgte bei vielen Zuschauern damals für blankes Unverständnis. Wer an die tiefe Verbindung aus dem Original glaubte, wurde hier schlicht enttäuscht.

Auch Atlantis – Milos Rückkehr gehört zu den Kandidaten, die man heute kaum noch erwähnt. Eigentlich sollte es eine Art Pilot für eine TV-Serie sein, die jedoch nie in dieser Form umgesetzt wurde. Das Ergebnis sind drei lose miteinander verknüpfte Episoden, denen die epische Breite des ersten Films komplett fehlt. Es fühlt sich eher wie eine erweiterte Fernsehfolge an als wie ein echtes Filmabenteuer.

Bei Arielle, die Meerjungfrau 2 – Sehnsucht nach dem Meer wurde das Konzept schlicht umgedreht: Diesmal will die Tochter der Hauptfigur zurück ins Wasser. Die Geschichte wirkt wie eine Kopie des Originals, nur mit umgekehrten Vorzeichen, und erreicht zu keinem Zeitpunkt die emotionale Tiefe des Klassikers. Es ist ein typisches Beispiel für eine Fortsetzung, die nur entstand, weil man das Franchise noch einmal melken wollte.

Cap und Capper 2 ist ein weiterer Film, den man getrost als unnötig bezeichnen kann. Während das Original eine tiefgreifende, melancholische Geschichte über Freundschaft und gesellschaftliche Zwänge erzählt, ist der zweite Teil eine seichte Episode über eine Country-Band, der die Tiere beitreten. Es ist ein starker Kontrast, der den Ton des Originals fast schon respektlos ignoriert.

Tarzan und Jane wird oft sogar von eingefleischten Fans übersehen. Auch dieser Film ist im Grunde genommen eine Zusammenstellung von drei Episoden einer nicht realisierten Serie. Die Animationsqualität fällt hier im Vergleich zum hochwertigen Original massiv ab, was den Charme der Dschungelwelt im Keim erstickt.

Cinderella 2 – Träume werden wahr war der Versuch, das Aschenputtel-Thema in den Alltag zu überführen. Das Ergebnis ist eine lose Sammlung von Kurzgeschichten, die wenig mit dem märchenhaften Flair des Originals zu tun haben. Wer eine Fortsetzung des klassischen Märchens erwartete, wurde mit einem Episoden-Format konfrontiert, das eher an billiges Fernsehen erinnerte.

Ein ähnliches Schicksal ereilte Mulan 2. Hier wird die eigentlich starke und unabhängige Heldin in eine Romanze gezwungen, die sich gehetzt und wenig durchdacht anfühlt. Die philosophischen und historischen Aspekte des ersten Films weichen einem Standard-Plot, der kaum in Erinnerung bleibt.

Susi und Strolch 2: Kleine Strolche – Großes Abenteuer! fokussiert sich auf Strolchis Sohn, der den Drang verspürt, ein Straßenhund zu werden. Die Geschichte folgt exakt dem Muster des Vaters, bietet aber kaum neue Impulse. Ein solider, aber völlig austauschbarer Film, den man nach dem Anschauen sofort wieder vergisst.

Den Abschluss bildet Schöne und das Biest: Weihnachtszauber. Auch wenn dieser Film bei einigen aufgrund der weihnachtlichen Stimmung noch einen gewissen nostalgischen Bonus hat, kommt er nie an die Brillanz des ersten Teils heran. Das Biest als Weihnachts-Hasser darzustellen, wirkte in der Kontinuität des ersten Films eher erzwungen.Wenn man sich diese Liste ansieht, wird eines deutlich: Disney wollte damals einfach präsent bleiben, ohne das Risiko einzugehen, die großen Budgets für eine aufwendige Kinoproduktion zu opfern. Die „Direct-to-Video“-Ära war für das Unternehmen zwar wirtschaftlich lukrativ, aber aus kreativer Sicht ein schwieriges Kapitel. Diese Filme sind Zeitzeugen einer Epoche, in der Quantität kurzzeitig wichtiger war als die Qualität, die wir heute mit dem Namen Disney verbinden. Es ist daher kaum ein Wunder, dass sie heute eher als Fußnoten der Filmgeschichte existieren.

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