Was die Telekom mit “Its a small world” zu tun hatte

Wenn man heute durch das bunte, lebendige Fantasyland im Disneyland Paris schlendert, zieht eine Attraktion seit Tag eins die Blicke magisch an: „It’s a Small World“. Mit seiner charakteristischen, detailverliebten Fassade, dem fröhlich tickenden Uhrturm und dem wohl bekanntesten Ohrwurm der Welt ist der Bootsrunden-Klassiker ein absolutes ❤️-Projekt für Generationen von Disney-Fans.

Doch wer tief in die Geschichte des Euro Disney Resorts eintaucht, stößt auf eine spannende, fast schon vergessene Ära, die Telekommunikation und pure Disney-Fantasie miteinander verknüpfte: die Partnerschaft mit France Télécom (dem heutigen Konzern Orange, der historisch eng mit der europäischen Telekommunikationslandschaft verknüpft ist) und der legendäre Post-Show-Bereich „World Chorus“.


Ein Blick zurück: Als die Telekom die fröhlichste Bootsfahrt der Welt begleitete
Als der Euro-Disney-Resort-Komplex im April 1992 im östlichen Vorort von Paris seine Pforten öffnete, war von Anfang an klar, dass Großprojekte dieser Art auf starke, verlässliche Industriepartner angewiesen sind. Sogenannte Corporate Sponsorships gehörten von Beginn an zum Konzept der Disney-Parks, um bestimmte Attraktionen mit technologischem Know-how und finanzieller Stabilität auszustatten.
In diesem Zuge übernahm France Télécom – damals der staatliche beziehungsweise frisch privatisierte Telekommunikationsriese Frankreichs – die offizielle Patenschaft für „It’s a Small World“ und insbesondere für den direkt angeschlossenen Ausgangsbereich.

Für die Telekom war dies ein genialer Schachzug: Welcher Ort eignete sich besser, um die Thematik der globalen Vernetzung, weltweiter Kommunikation und des Miteinanders zu symbolisieren, als eine Attraktion, die genau diese Werte zelebriert?
Während die Boote durch die multikulturellen Szenerien glitten, in denen hunderte Audio-Animatronic-Kinder in Landesstrachten den berühmten Song der Sherman Brothers sangen, schlug am Ende der Fahrt die Stunde der Telekom.
Das Herzstück der Partnerschaft: Der „World Chorus“


Wer das Glück hatte, das Disneyland Paris in den 1990er und 2000er Jahren zu besuchen, erinnert sich mit Sicherheit an den legendären Post-Show-Bereich namens „World Chorus“.
Nachdem die Gäste ihre Bootsfahrt beendet hatten, verließen sie das Fahrgeschäft nicht direkt ins Freie, sondern betraten einen speziellen, futuristisch und freundlich gestalteten Ausstellungs- und Interaktionsbereich, der maßgeblich von France Télécom präsentiert wurde. Hier drehte sich alles um die weltweite Verbindung von Menschen. Es gab Bildschirme, technologische Spielereien der damaligen Zeit und Installationen, die verdeutlichen sollten, wie Telekommunikation den Planeten kleiner macht – ganz im Sinne des Ride-Mottos „Es ist eine kleine Welt nach allem“.


Dieser Bereich war typisch für die frühen 90er-Jahre: Der optimistische Glaube an den Fortschritt, gepaart mit der Magie des Telekommunikationszeitalters, das damals durch den Aufschwung von Mobiltelefonen und digitalen Netzen gerade Fahrt aufnahm. Die Telekom präsentierte sich hier als Ermöglicher von Kontakten über Kontinente hinweg – Hand in Hand mit der Marke Disney, die für globale Harmonie stand.
Der Wandel der Zeit: Das Ende einer Ära
Jede Ära findet irgendwann ihren Abschluss. Mit dem fortschreitenden Wandel des Parks, neuen strategischen Ausrichtungen von Disneyland Paris und der Neugestaltung von Kapazitäten und Flächen veränderte sich auch das Gesicht des Fantasylands.
Im Jahr 2009 endete das offizielle Sponsoring von France Télécom für die Attraktion. Kurz darauf, im Jahr 2010, fiel die endgültige Entscheidung, den geliebten „World Chorus“-Post-Show-Bereich dauerhaft zu schließen. Der Raum wurde umgebaut, um Platz für ein neues, extrem gefragt konzipiertes Element zu schaffen: den Princess Pavilion, in dem Gäste seither ihre Lieblings-Disney-Prinzessinen persönlich treffen können.


Auch wenn das Telekommunikations-Branding und der eigenständige Post-Show-Bereich seither der Geschichte angehören, schwingt bei eingefleischten Fans immer noch eine große Ladung Nostalgie mit, wenn sie an diese Partnerschaft denken. Sie erinnert an die Anfangstage des Euro Disney Resorts, als der Park noch frisch und voller Visionen für ein vereintes Europa war.
Telekommunikation, Fan-Kultur und die Magie heute
Betrachtet man das Ganze heute aus der Perspektive einer eng vernetzten Community – wie sie beispielsweise rund um den BZU oder andere leidenschaftliche Fan-Kreise existiert –, wirkt die Verbindung von Telekom und Disney fast prophetisch.
Heute kommunizieren wir über Kontinente hinweg per Smartphone, tauschen uns in Sekundenschnelle über die neuesten Park-Neuheiten aus, planen gemeinsame Trips in Chatgruppen und teilen unsere Liebe zu den Klassikern digital. Die Vision, die einst im „World Chorus“ beschworen wurde, ist durch moderne Telekommunikation längst Realität geworden.


„It’s a Small World“ dreht im Disneyland Paris noch heute unermüdlich seine Runden. Die Musik erklingt, die Puppen tanzen, und auch wenn das Branding der Telekom längst abgebaut ist und dem Zauber der Prinzessinen gewichen ist, bleibt die Lektion dieses Kapitels bestehen: Technologie und Magie schliessen sich nicht aus – sie helfen uns im besten Fall dabei, die Welt ein kleines Stück näher zusammenzubringen.

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